„Gesellschaftsspielchen“ mit Ronny Blaschke in Osnabrück

Buchvorstellung und Podiumsdiskussion über soziale Verantwortung des Fußballs in Osnabrück.
Am 26.10.2017 veranstaltete das Fanprojekt Osnabrück in Kooperation mit dem Haus der Jugend eine Buchvorstellung zu Ronny Blaschkes neuem Buch „Gesellschaftsspielchen“ mit anschließender Podiumsdiskussion.

Der Berliner Autor Ronny Blaschke befasst sich in seinem Buch „Gesellschaftsspielchen“ mit Veränderungen rund um den modernen Fußball. Seit der WM 2006 spannt sich ein gesellschaftliches Netz um den Fußball: Nationalspieler gründen Stiftungen, Bundesligaklubs bauen Sozialabteilungen auf, Ultras sind politisch aktiv. Doch handelt es sich hierbei um nachhaltiges Engagement oder scheinheilige Imagepflege? In seinem Buch versucht Ronny Blaschke diesen Fragen auf den Grund zu gehen und den Lesern / -innen anhand verschiedener Blickwinkel Orientierung zu geben.

Vor diesem Hintergrund stand in der Diskussionsrunde nun das soziale Engagement in Osnabrück im Blickpunkt. Vor ungefähr 40 Gästen nahmen nach einer Präsentation von Ronny Blaschke zu ausgewählten Inhalten seines Buches, die weiteren Teilnehmer des Podiums Platz. Neben Ronny Blaschke zählten der Fanbeauftragte des VfL Osnabrück, Werner Nordlohne, sowie Marcel van Deyk von Ballsport Eversburg, der durch sein ehrenamtliches Engagement die Zivilgesellschaft vertrat, sowie ein Vertreter der Ultras zur Diskussionsrunde. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christoph Ruf.

Innerhalb der Diskussion wurde schnell deutlich, dass über den Fußball viele Menschen erreicht werden können, jedoch die Bereitschaft für soziales Engagement verschiedenen Umständen – beispielsweise einer sportlichen Talfahrt – untergeordnet wird. So steht bei einem Verein der Sport immer noch im Mittelpunkt des Interesses und stellt die Wichtigkeit sozialer Projekte um den Fußball herum in den Hintergrund. Des Weiteren zeigte sich, dass in Osnabrück der Wille zur Hilfsbereitschaft verschiedenster Akteure rund um den Fußball zwar gegeben, die Vernetzung derer im Gegensatz dazu jedoch kaum vorhanden ist. Die Herausstellung dessen war eines der Ziele des Abends. Den Beteiligten und auch dem Publikum wurde im Rahmen der gemeinsamen Diskussion vor Augen geführt, dass es viele verschiedene Ideen und Projekte gibt, von denen Andere im Bereich Fußball überhaupt nichts wussten. Weiterführend wurde festgestellt, dass dies auch ein liga- bzw. bundesweites Problem der Vereine ist, denn es gibt kaum Kooperationen bzw. regelmäßige Zusammenarbeit zwischen diesen. Als positives Beispiel wurden die Ultras genannt, die sich trotz ihrer unterschiedlichen Bezugsvereine als Mittel zum Zweck zu Zusammenschlüssen wie „Pro Fans“ vereinen, um gemeinsame Ziele zu erreichen.
Zusammenfassend ist die Bereitschaft für ein soziales Engagement – mit Sicherheit nicht nur – in Osnabrück gegeben. Nun gilt es, Kooperationen aufzubauen und neue Projekte zu erschließen, die auf einer breiten Basis verankert sind, um langfristig das Gemeinwesen zu stärken.

Abschließend bedanken wir uns bei Ronny Blaschke und Christoph Ruf für den Input bzw. die Moderation sowie bei allen Podiumsteilnehmern und Zuhörern.