Bewährungsmöglichkeit für Fans mit Stadionverbot

Nach knapp einem Jahr Arbeitszeit hat eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vereinsvertretern (Stadionverbotsbeauftragter, Fanbeauftragter), Fanvertretern (Fanclubverband, Ultras), Fanprojekt und dem neuen Präsidium des VfL Osnabrück ein Konzept zur Genehmigung vorgelegt, das die verbindliche Umsetzung einer Bewährung für Fans mit Stadionverbot enthält.

Der VfL Osnabrück e.V. ist berechtigt, auf Grundlage des Hausrechts und der „Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten“ ein Stadionverbot gegen Personen auszusprechen, die im Zusammenhang mit Fußballspielen des VfL Osnabrück sicherheitsbeeinträchtigend aufgefallen sind.

Die „Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten“ des DFB sprechen sich aber auch ausdrücklich dafür aus, dass die Stadionverbotspraxis der jeweiligen Vereine Möglichkeiten für die Betroffenen eröffnet, unter Bewährung bzw. Bewährung unter Auflagen vorzeitig ins Stadion zurückzukehren. Im Sinne einer nachhaltigen Verhaltensänderung räumt auch der VfL Osnabrück Heim- und Gästefans die Chance ein, vorzeitig wieder Spiele ihres Vereins zu besuchen. Gemeinsam mit Vertretern des Vereins, des Fanprojekts Osnabrück und Fanvertretern wurde ein Bewährungskonzept entwickelt, das die Vorgaben der DFB-Richtlinien grundsätzlich und verbindlich umsetzt. Zentraler Bestandteil des Bewährungskonzepts ist eine Kommissionaus Vereins- und Fanvertretern sowie dem Fanprojekt die die Zulassung der Bewährungsanträge prüft und über die Aussetzung eines Stadionverbotes (unter Auflagen) entscheidet. Der Gedanke der Rehabilitation steht hier eindeutig im Mittelpunkt. Dafür ist es wichtig, dass die Bewährungskommission sehr sorgfältig, individuell und im Einzelfall unter Berücksichtigung von Fanbiographie, Kontext des Stadionverbots und Persönlichkeit des Fans über eine Aussetzung des Stadionverbots entscheidet. Darüberhinaus verpflichtet sich die Kommission durch das Konzept auch, die Einschätzung der Polizeiaus sicherheitsrelevanter Sicht einzuholen. Eine Generalklausel zur Aufhebung von Stadionverboten stellt das Konzept nicht dar.

Zwar hat die Umsetzung der Idee, ein Bewährungskonzept zu entwickeln, etwas mehr als ein Jahr gedauert, aber dieser konstante und lösungsorientierte Dialog zwischen Fans und Verein hat sich absolut gelohnt. Innerhalb der Arbeitsgruppe wurde viel und intensivdiskutiert. Nicht immer waren die Beteiligten einer Meinung, wie so ein Konzept eigentlich umzusetzen ist. Letztlich wurde aber eine Arbeitsgrundlage geschaffen, die von Verein und Fangruppen gleichermaßen getragen wird und diese auch in die Verantwortung nimmt, das Konzept konstant und verlässlich umzusetzen.

Weitere Informationen zu diesem Thema

unter: www.vfl.de/fanblock/stadionverbote