Vortragsreihe: Spielwiese Menschenrechte

Am Mittwoch, den 02.05.2018 veranstaltete das Fanprojekt in Kooperation mit der Kinderrechtsorganisation „terre des hommes“ und der Niedersächsischen Landeszentrale für politische Bildung (LPB) eine Vortragsreihe zum Thema „Spielwiese Menschenrechte“. Rund 50 Zuhörer*innen fanden sich an diesem Abend im Haus der Jugend ein, um den Vorträgen von Ronny Blaschke und Jens Kunischewski (terre des hommes) zu folgen.

Der Journalist Ronny Blaschke führte mit seinem Vortrag „Spielwiese Menschenrechte. Zivilgesellschaftliche Chancen und Rückschläge durch Sportereignisse“ inhaltlich in den Abend ein. Anhand vergangener Sportgroßereignisse wie der Weltmeisterschaft 2014 oder den Olympischen Spielen 2008 in Peking stellte Ronny Blaschke dar, dass immer wieder Menschenrechtsverletzungen, Korruption und Umweltschäden auftreten. Besonders herausgestellt wurden hierbei die Vertreibung von Menschen sowie die erhöhte Polizeigewalt gegenüber Einwohner*innen, um Viertel von vermeintlicher Kriminalität zu säubern, sowie die Missachtung des Klimaschutzes beim Umgang mit Ressourcen für die Sportgroßereignisse.

Jens Kunischewski knüpfte mit seinem anschließenden Vortrag nahtlos an die Thematik an, legte aber seinen Schwerpunkt vor allem auf Kinderrechte- und Kinderrechtsverletzungen im Zusammenhang mit solchen Sportveranstaltungen. Problematisch sieht er dabei ebenfalls die erhöhte Polizeigewalt, vor allem dunkelhäutigen Kindern und Jugendlichen gegenüber. So war es 2010 bei der WM in Südafrika das Ziel, die Straßen von Straßenkindern zu säubern. Darüber hinaus stellen auch der

Sextourismus sowie die unkontrollierte Kinderarbeit zu schlechten Arbeitsbedingungen eine Gefahr dar. Weiter nahm Kunischewski im Verlauf seines Vortrages auf die Kampagne „Children Win“ Bezug, deren Ziel es ist, auf diese Probleme aufmerksam zu machen und die Bedingungen für alle Beteiligten zu verbessern.

In der anschließenden Gesprächsrunde wurde diskutiert wie diesem Problem zu begegnen sei. Wie kann man beispielsweise die Spiele der Weltmeisterschaft verfolgen und gleichzeitig seiner sozialen Verantwortung nachkommen? Ein Patentrezept gibt es wie in vielen Dingen nicht, aber: sich als Fan ein kritisches Denken bewahren, sei schon ein wichtiger Anfang.. Abschließend verwies Blaschke auf erste Maßnahmen bzgl. der Standards bei IOC und FIFA zur Neuvergabe der Wettbewerbe hin, entgegnete aber auch, dass nach den Richtlinien freiheitlicher Demokratien viele weitere Schritte folgen müssen…

Fanprojekt Osnabrück, Mai 2018